Rezension zur „Erdsängerin“

Liebe Leser!

Diese Rezension ist so ausführlich und gut, dass ich sie – im Rahmen meines Jubiläums – hier zeigen will. Sie wurde verfasst am 23.8.2018 von Carmen Smorra (Blog: Carmens Bücherfreunde, Facebook).

 

Kommen wir jetzt zu meiner Rezension über „Erdsängerin“ von Marlies Lüer.

Cover und Klappentext habe ich euch ja schon in der Buchvorstellung gezeigt, deshalb kommen wir jetzt gleich zum Inhalt und zu meiner persönlichen Meinung über dieses Buch.

Es ist ja der 2. Teil der Drachenschwerttrilogie. Man kann dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen, also auch ohne den ersten Teil gelesen zu haben.

Wer den ersten Teil schon kennt, hat der Protagonistin dadurch etwas an Vorwissen voraus, ansonsten erfährt man mit ihr einfach gemeinsam die Vergangenheit und die Vorgeschichte.

War der erste Teil noch sehr verspielt mit wundersamen Geschöpfen und spielte zu einem Großteil in der magischen Welt, so ist dieser nun härter und realistischer.
Er spielt jetzt ausschließlich in unserer Welt und auch in der moderneren Zeit.

Es ist diese gewisse Arroganz und Intoleranz die wir Menschen allem was anderes ist gegenüber zeigen. Wer sich anders als die „normalen“ und gewöhnlichen Menschen verhält, wer mit Bäumen spricht und Wesen sieht, die andere nicht sehen, wird als verrückt bezeichnet, mit Tabletten ruhig gestellt und im schlimmsten Fall „weggesperrt“.
So ergeht es der Protagonistin Isabell genannt Tibby. Ihre Verbindung zur Natur und den Naturgeistern wird vor allen von ihrer Mutter als Einbildung und Verrücktheit bezeichnet für die sie sich schämt und die behandelt werden muss.
Erst spät erkennt Tibby, welche bedeutsame Vergangenheit sie hat und welche Fähigkeiten.

Der Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen, flüssig und gut verständlich. Dadurch dass es als Ich-Erzählung aus der Sicht Tibbys geschrieben wurde, ist es mir ohne Probleme gelungen ihre Gefühle und Handlungen zu verstehen und ins Buch und die Geschichte einzutauchen.
Dazu immer wieder die Tagebucheintragungen der ersten Tibby, wunderschön gemacht und man erhält so einen Einblick in die Vergangenheit und die Fähigkeiten der Erdsängerinnen. Auch das Leben in der Vergangenheit wird realistisch geschildert.

Die Handlungsorte sind erneut bildhaft und lebendig geschildert. Man fühlt sich vor Ort, ob in den Schottischen Highlands, der wilden Natur oder in den wunderschönen Herrenhäusern. Aber auch der Klinikalltag, wird perfekt geschildert.

Auch die Schilderung der Protagonisten ist lebensecht und authentisch. Mir gefallen eigentlich alle Personen gut. Vor allem Mafalda, die Haushälterin ist eine sehr sympathische Nebenrolle.
Tibby selbst die Hauptprotagonistin ist mir persönlich auch sehr sympathisch. Sie ist nicht perfekt, weder äußerlich, hat mit ihrem Gewicht und dem Aussehen zu kämpfen und auch innerlich ist sie voller Selbstzweifel.
Der Kampf dieses jungen Mädchens um die eigene Identität, für ein Leben in Selbstbestimmung und Freiheit ist wirklich sehr einfühlsam beschrieben. Das Leben zwischen Alltag und Magie, eine perfekte Mischung.

Und natürlich darf auch hier die Liebe mit ihren Problemen nicht fehlen. Kann sie Tosh vertrauen, liebt er sie wirklich? Wie stark ist diese Liebe?

Auch für Spannung ist gesorgt, Tibbys Weg ist niemals einfach und man hofft dass sich alles für sie zum Guten wendet.

Mein Fazit:

Auch dieser zweite Teil hat mich wieder völlig überzeugt und ich kann ihn nur weiterempfehlen.
Auch wenn er eben nicht unbedingt dem üblichen Fantasyroman entspricht. Wenn die Fantasyelemente nicht ganz so stark sind, so ist er doch sehr einfühlsam geschrieben und voller Intensität. Wie gesagt ich liebe dieses Buch und freue mich schon sehr auf den dritten Teil.

Und gleich um 13.00 Uhr habe ich ein Interview mit Marlies Lüer für euch, indem wir über das Buch und seine Entstehungsgeschichte plaudern.