Gedanken über das Schreiben, über mich selbst als Schreibende …

Sieben Jahre lang schreiben … das prägt. Es ist auch eine Reise zu sich selbst.

Jetzt zwischendurch mal ein paar ernste Töne von mir. Eine Jubiläums-Selbstreflektion sozusagen.

Natürliche Rhythmen: Aufsteigen, Plateau, Absteigen, wieder aufsteigen. Auch Irrungen und Wirrungen, nicht nur Erfolge. 
Zweifel, Selbstbewusstsein, Wechselbäder der Gefühle!

Krisen gehören auch dazu. Drei hatte ich, die den Namen wirklich verdienen. Mein Mann hat mich zum Glück dann immer unterstützt, damit ich nicht aufgebe. Aus meiner letzten Krise bin ich, ehrlich gesagt, noch nicht ganz raus. Wodurch sie hervorgerufen und verstärkt wurde, tut jetzt nichts zur Sache. Das Wichtige für mich daran ist, dass ich daraus lerne. Akzeptanz und Geduld! Das sind die „Inhalte“ meiner gegenwärtigen Lektion, die mein Künstlerleben mich lehrt.

Was ich auch begriffen habe: Es bringt mir nichts Gutes, wenn ich mich mit anderen vergleiche, wenn ich fremde Verkaufszahlen mir gegenwärtige (und dann ganz klein und mutlos werde), wenn ich Schreibratgeber und Marketing „studiere“. Es bringt mir auch nichts Gutes, wenn ich mir vornehme, so „viel und gut und mainstreamig“ zu schreiben, dass wir davon die Miete zahlen könnten, damit mein Mann in Frührente gehen kann – dieses Vorhaben ist gründlich danebengegangen und hat mich in ein tiefes Loch gestoßen. (Seit wann bin ich denn so unrealistisch?)

Was mir nun klar ist: Ich kann immer nur ich selbst sein. Ich kann nur meine Art von Büchern schreiben. Ich darf nicht „auf den potenziellen Erfolg schielen“ beim Schreiben. Wenn ich DENKE beim Schreiben, vor dem Schreiben und plane und tu und mache und vorausschaue – seitdem kann ich nicht mehr schreiben. Ich habe mich sogar in einem mir gänzlich wesensfremden Genre unter Pseudonym versucht. Ein Irrweg, eine Erfahrung. Mehr nicht.

Als ich heute morgen mein Tai Chi Qi Gong machte, kam mir der Gedanke:

ABSICHTSLOSES SCHREIBEN

Einfach nur wie früher aus Liebe zur Geschichte schreiben. Einfach es fließen lassen, egal, was letztlich daraus wird. Egal, wie viele Rezensionen, Tantiemen oder Standing Ovations oder Buh-Rufe ich dafür bekomme.

Das ist es, was mich durch die nächsten sieben Jahre tragen soll.

Wu wei, Handeln durch Nichthandeln … nehmen, was kommt, in Geduld und der nötigen Demut.
Absichtslos … im schlichten Sein.
Das sollte genügen, um weitermachen zu können. Ich war nahe dran, alles hinzuschmeißen.
Aber, wer würde dann MEINE Bücher schreiben?
Das kann ja nur ich.
Sie sind schon in mir und zeigen ihre Bilder, ihre Wünsche – die neuen Geschichten. Für die ich mir zukünftig viel mehr Zeit nehmen will. Schreiben werde ich nur noch im Herbst/Winter. Dem Garten gehört ab jetzt das Frühjahr und der Sommer. Beides parallel schaffe ich nicht mehr. Ich werde ja auch nicht jünger und mein Leben war kein Leichtes.

 

Habt bitte mit mir Geduld.
So wie ich es hoffentlich auch sein werde: geduldig.

(Bildquelle: Pixabay, Creative Commons)